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Der „Bäcker des Jahres“ heißt Heiner Beck

Der „Bäcker des Jahres“ heißt Heiner Beck

Feierliche Preisverleihung in Weinheim

Seit 1996 zeichnet die Fachzeitschrift „Der Feinschmecker“ jährlich eine Person als „Koch des Jahres“ aus. Mit dem „Bäcker des Jahres“ zog die Allgemeine Bäckerzeitung (ABZ) vor zwei Jahren nach und führte neben Zacharias, Marktkieker und Co. eine weitere Ehrung im Backhandwerk ein. Ein Preis, mit dem die immer gleichen bekannten Branchen-Gesichter einfach nur noch mehr Aufmerksamkeit erhalten, könnte man meinen.

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Würdiger Preisträger

Bernd Kütscher (rechts) begrüßte das ABZ-Team zur Verleihung des Preises an der Bundesakademie

Dabei wird das Handwerk insgesamt vom öffentlichen Interesse durch die Preise profitieren – die passenden Auswahlkriterien vorausgesetzt. Zwei Dinge schaden nämlich dem Besonderen: Massenproduktion und Beliebigkeit. Beides kann man dem Team der ABZ für die Vergabe der Trophäe „Bäcker des Jahres“ nicht vorwerfen. Erst zum zweiten Mal wurde sie verliehen. Nach dem erfolgreichen Düsseldorfer Unternehmer und Brotspezialisten Josef Hinkel nahm sie Anfang September Heiner Beck aus Römerstein im feierlichen Rahmen an der Akademie in Weinheim entgegen. 

Mit dem Preis würdigt die ABZ-Redaktion „herausragende Persönlichkeiten, die mit Einsatz, Kreativität, Qualität und Authentizität der Branche Impulse geben“. Heiner Beck ist so einer. Seit Jahren backt er seine Brote und Brötchen aus regionalem Getreide und schloss Kooperationen mit der Landwirtschaft vor Ort, als andere längst noch nicht daran dachten. Mit der Zeit wurde er nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber vor Ort, sondern auch Vorbild für andere Betriebe seiner Zunft – wie nicht zuletzt Friedrich Longin von der Universität Hohenheim in seiner Laudatio betonte. 

Nachhaltiges Handwerk

Mit Rührung reagierte Heiner Beck auf die persönlichen Worte in der Laudatio von Friedrich Longin

Kontrollierter Anbau in Bio-Qualität, nachhaltiges Denken und Handeln sind Bausteine eines zukunftsweisenden Handwerks. Es hat eben einen Grund, warum manche Bäckerinnen und Bäcker über die Grenzen ihres eigenen Heimatortes hinaus bekannt geworden sind und andere nicht. Können und Skandale haben das Zeug, Schlagzeilen zu produzieren. Heiner Beck kann. Ganz ohne Skandal.

Ebenfalls ausgezeichnet – als „Ausbilder des Jahres“ – wurde die Bäckerei Huth aus Limburg, die von den Brüdern Dominique und Sascha Huth geführt wird. Eine Ausbildung in den Bereichen Bäckerei, Konditorei, Fachverkauf und Büromanagement mit Spaßgarantie – nicht weniger verspricht der Betrieb auf seiner Internet-Karriere-Seite baeckerei-huth.de/karriere.

Engagement für den Nachwuchs

Die Brüder Dominique (Mitte) und Sascha Huth (rechts) mit ihrem Laudator Bernd Wettlaufer.

Dafür tut der Betrieb eine Menge, wie Laudator und Brotsommerlier Bernd Wettlaufer betonte: Regelmäßig nimmt die Bäckerei am Boys- und Girls-Day teil, führt Bewerbungstrainings in verschiedenen Schulformen durch und bietet Betriebsbesichtigungen für Besuchergruppen vom Kindergarten bis zum Bildungswerk an. Ein eigenes Magazin für die Kundschaft mit einer Auflage von 55.000 Exemplaren wird in jedem Quartal in der Region verteilt. Hinzu kommen Werbung in regionalen Zeitungen, die Darstellung der eigenen Aktivitäten auf der Website, in Social Media und auf einem Blog.

Darüber hinaus wird  jährlich der oder die Azubi des Jahres bei Huth berufen. Zum Gewinn zählt ein Seminar an der Bundesakademie in Weinheim. Seit 2007 nimmt das Unternehmen außerdem am Erasmus-Programm der Europäischen Union teil, das Auszubildenden eine Weiterbildung in Frankreich ermöglicht. 

Es bestehen weitere Kooperationen mit Bildungsträgern, unter anderem in Wiesbaden und Indonesien. Wer diese Aufzählung des Laudators liest, zweifelt nicht mehr an der Eignung der Kandidaten für die ABZ-Auszeichnung. 

Die Aufzeichnung der Preisverleihung findet sich unter diesem Link.

Edda Klepp

Edda ist Redakteurin bei BROTpro und BROT. Seit 2016 bewegt sie sich in der backenden Branche und ist auch privat eine begeisterte Brotbäckerin. Wenn sie nicht gerade schreibt oder Teige knetet, ist sie häufig unterwegs zu Reportagen und Konferenzen oder lässt die Seele baumeln bei einem guten Buch und einer Tasse Tee.