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Eidgenössische Erfolge bei den World Skills

Alle zwei Jahre finden die World Skills statt. Bei dem Leistungswettbewerb für nicht-akademische Berufe treten Talente aus aller Welt gegeneinander an, um sich im fachlichen Wettkampf zu messen. So auch in den Berufsrichtungen „Bäckerei-Konditorei“ und „Konditorei-Confiserie“. In diesem Jahr traten dabei insgesamt 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 18 Nationen in der Richemont Fachschule in Luzern gegeneinander an. Zu den Besten gehörten Juliana Thöny und Vera Stocker aus der Schweiz.

Bei den inoffiziell auch Berufsweltmeisterschaften oder Berufsolympiade genannten World Skills messen sich Nachwuchskräfte bis 23 Jahre aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen. Ursprünglich hätte das Großereignis bereits im Frühjahr in der chinesischen Metropole Shanghai stattfinden sollen, musste aufgrund der herrschenden Corona-Einschränkungen im Reich der Mitte jedoch zunächst abgesagt werden. Stattdessen wurden die insgesamt 60 Wettbewerbe dezentral an verschiedenen Orten ausgetragen, 13 davon in der Schweiz. Die Richemont Fachschule in Luzern war Schauplatz der Disziplinen „Bäckerei-Konditorei“ sowie „Konditorei-Confiserie“.

Ein echtes Heimspiel also für die beiden Schweizerinnen Juliana Thöny und Vera Stocker, die zurzeit im Richemont Kompetenzzentrum in Luzern arbeiten und sich dort intensiv auf den prestigeträchtigen Wettkampf vorbereitet hatten. Konzentrierte Arbeit, die sich auszahlte. Juliana Thöny, die ihre Ausbildung in der Confiserie Sprüngli in Dietikon absolvierte, fertigte passend zum Wettkampfthema „National Zirkus“ neben einem Schokoladenschaustück sowie einem Zuckerschaustück mit integrierter Rahmtorte zwei identische Marzipanfiguren und zwei Sorten Pralinen. Dabei konnte die 23-Jährige mit Blick auf Fachkompetenz, Kreativität und Engagement vollends überzeugen und den verdienten Erfolg in der Disziplin Konditorei-Confiserie einfahren. Sie verwies Nadita Saxena aus Indien und die Kanadierin Emma Kilgannon auf die weiteren Podestplätze.

Knapp hinter dem Franzosen Antoine Paris und Cheonyong Sim aus Korea landete Vera Stocker auf dem Bronzerang in der Kategorie „Bäckerei-Konditorei“. Die amtierende schweizer Meisterin in ihrer Fachrichtung verdiente sich ihre ersten Sporen während der Ausbildung im Café Koller in Sursee und setzte sich bei den World Skills bei der Erstellung ihres Schaustücks mit dem Thema „Valentinstag“ auseinander. Zudem fertigte die 21-Jährige neben einem Christstollen auch zwei verschiedene Baguette, zwei Weizen-Sauerteigbrote, ein Brot mit Überraschungszutaten sowie ein Sauerteigbrot aus 100 % Roggenmehl. Handwerkliches Geschick bewies sie zudem bei Butterzöpfen in drei verschiedenen Flechtarten, drei Variationen aus Buttergipfelteig sowie einem japanischen Milchbrot (Shokupan).

Große Freude über die hervorragenden Platzierungen von Juliana Thöny und Vera Stocker herrschte auch bei den Offiziellen des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbands (SBC). Dort sieht man sich in der Qualität des dualen Berufsbildungssystems in der Schweiz bestätigt und verweist auf das hohe Niveau der gewerblichen Bäckerei im Lande. Er sei stolz auf die Leistungen der beiden Schweizerinnen, erklärte SBC-Präsident Silvan Hotz. Diese seien der Beweis, „dass wir eine sehr gute Ausbildung haben – und eine ausgezeichnete Fachschule.”


Foto:
Richemont Fachschule Luzern

Jan Schönberg